„Wir müssen lernen in Fesseln zu tanzen“ – im Dialog mit Leo Kestenberg

Prof. Dr. Sointu Scharenberg

Donnerstag, 9 – 11 Uhr, Online-Veranstaltung - asynchron (ggf. Raum 8.34)

Beginn: 01.04.2020

Anrechenbar wahlweise im BA LA Gym als V Musikpädagogik oder als V Musikpädagogik FD sowie im Wahlbereich Wissenschaft des BA LA Gym und des MA LA Gym für Musikpädagogik.  [2 ECTS]

1921 setzte mit der Veröffentlichung von Leo Kestenbergs Musikerziehung und Musikpflege eine umfassende Reform des preußischen Musikerziehungswesens ein, die „Kestenberg-Reform“. Für mich ist es faszinierend und immer wieder erstaunlich, wie seine Ideen – noch über die tatsächlich umgesetzten Edikte hinaus – bis in unsere Zeit hinein den Musikunterricht, das Studium, die Lehrerbildung und sogar die Medienpädagogik international geprägt haben. 

Es ist nicht zuletzt dem gut vernetzten, ehemaligen Freiburger Musikpädagogen Wilfried Gruhn zu verdanken, dass es eine ständig und rasch wachsende Gesamtausgabe der Schriften Kestenbergs gibt, so dass wir nicht mehr allein auf mühselige Archivarbeit angewiesen sind, sondern  auf Kestenbergs Denkschriften und Erlasse, auf ein riesiges Konvolut an zumeist persönlich formulierten Briefen und eine große Anzahl an Skizzen seiner um die Entwicklung der Musikpädagogik kreisenden Gedanken unkompliziert zugreifen können.

Am Titel der Vorlesung können Sie aber ablesen, dass ich es nicht dabei belassen möchte, Sie mit dem Denken und Handeln des deutsch-jüdischen Busoni-Schülers, Instrumentalpädagogen, und Referenten für musikalische Angelegenheiten im Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bekannt zu machen, sondern dass ich Sie dazu anregen möchte, den lebendigen Dialog mit Kestenbergs Ideen aufzunehmen. Worin genau bestand das Wegweisende der Reformen (die keineswegs nur von ihm alleine ausgingen) und wie wurden diese begründet? Was von all dem hat sich durch- und bis heute fortgesetzt? Vor allem aber: wo zeigt sich nach 100 Jahren der Bedarf einer (Um- oder Aus-)Gestaltung und welche aktuellen Ansätze dafür sind erkennbar?

Um die erforderlichen LP zu erlangen, biete ich Ihnen diesmal an, „Briefe an Kestenberg“ als Reflexionsinstrument Ihrer Auseinandersetzung mit seinen Gedanken zu verfassen.

Literatur zum Einstieg: Wilfried Gruhn (2015): Wir müssen lernen, in Fesseln zu tanzen. Leo Kestenbergs Leben zwischen Kunst und Kulturpolitik. Wolke: Hofheim.

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Überblick über aktuelle Diskurse der Empirischen Musikpädagogik

Überblick

Die Vorlesung gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsvorhaben der empirisch arbeitenden Musikpädagogik im Schnittfeld zur Musikpsychologie aus den vergangenen fünf Jahren (wie bspw. Stereotypenbildung über musikalisch begabte Kinder, Leistungsmotivation, Diagnostikkompetenz von Musiklehrkräften, Implementation digitaler Technik im Unterricht u.v.a.). Im Mittelpunkt einer jeden Sitzung steht die kritische Auseinandersetzung mit jüngeren Publikationen aus den einschlägigen nationalen wie internationalen Fachzeitschriften. Die Vorlesung bietet neben dem Überblick über die inhaltliche Diskursbreite auch die Vorstellung von Techniken zur kritischen (Informations)-Bewertung von wissenschaftlichen Beiträgen bis hin zu meta-analytischen Bewertungsmethoden. Die Vorlesung wird als überwiegend asynchrone Online-Veranstaltung mit punktuellen Präsenzsitzungen (Live-Videomeeting-Format) angeboten. Der Erwerb der Leistungspunkte setzt das erfolgreiche Lösen von themenbegleiten- den Aufgaben im e-learning-Kurs voraus.

Die Vorlesung wendet sich insbesondere an Studierende des Lehramtsstudienganges (Master), steht aber Studierenden aller übrigen Studiengangsrichtungen offen. Bitte melden Sie sich verbindlich zur Vorlesung über den gleichnamigen e-Learning-Kurs an.

Veranstaltungstermin und -ort

  • Online-Veranstaltung (ggf. Raum 8.28)
  • Dienstags von 14.00 – 16.00 Uhr
  • Beginn: 30.3.2021

Literatur

  • Dartsch, M., Knigge, J., Niessen, A., Platz, F., & Stöger, C. (Hrsg). (2018). Handbuch Musik- pädagogik. Grundlagen – Forschung – Diskurse. Münster: Waxmann.
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