Proseminar Musikpädagogik

Prof. Dr. Sointu Scharenberg                                          

Montag, 14 s.t. – 15.30 Uhr, Raum 8.34

Beginn: 8.10.2018

Dieses Seminar ist für Studierende im BA LA Gym mit Musik wahlweise als Proseminar im Bereich Fachdidaktik anrechenbar oder im Bereich Wahl Wissenschaft für Musikpädagogik oder als Seminar FD Wahl. [3 ECTS]

Wann ist „die Zeit reif“ für Reformen? Wie wurden – wie werden sie eingeleitet? Welche Reformen setzten sich durch? Wie lange überdauerten sie?

Das Zauberwort der „Schulreform“ geistert genauso durch die erziehungswissenschaftliche Literatur wie durch die Geschichte der Musikpädagogik. Die Steinschen Reformen, dann in den 20ger Jahren des 20. Jahrhunderts die Kestenbergreform, die Oberstufenreform der 70ger Jahre u.v.m., diese „Reformen von oben“ bedingen in gewisser Weise die Stellung des Faches Musik in der Schule, sie fördern die Diskussion um Inhalte und Methoden.

Einen anderen Weg, nämlich eine „Reform von unten“, geht im Mai 2019 die EAS (European Association for Music at Schools). Sie thematisiert „The School I like“ im Rahmen ihrer viertägigen internationalen Konferenz in Malmö, indem sie fragt: Auf welche Bedürfnisse von Kindern und jungen Leuten trifft der schulische Musikunterricht heute? Wie könnte Unterricht aussehen, in dem sich Schüler wiederfinden? Reform- und Modellschulen nahmen und nehmen sich solcher Fragen meist zuerst an, sie bieten neuen Konzeptionen einen überschaubaren Rahmen für einen längerfristigen Realitätstest.

Wir werden uns mit einigen ausgewählten (historischen) Reformen von oben, vor allem aber  von unten, die konkret das Schulfach Musik betrafen, kritisch auseinandersetzen, indem wir sie auf ihre gesellschaftlichen, politischen und institutionellen Bedingungen hin untersuchen und nach ihrer Wirksamkeit fragen, die sich mittelbar an Inhalten und Methoden des Faches Musik und nicht zuletzt an Unterrichtsmaterialien ablesen läßt. 

An die Stelle einer Hausarbeit im üblichen Sinn wird eine gemeinsam zu erarbeitende Präsentation treten, die unsere Überlegungen aus dem zweiten Teil des Seminars bündeln soll, in dem wir uns überlegen werden, wie eine zwar gerne futuristisch und ideal anmutende, aber doch realistisch umsetzbare und vor allem gut begründete „School we like“ aussehen könnte, in der Musik einen angemessenen Stellenwert erhielte, auch weil möglicherweise andere Zuschnitte der Inhalte und daran anschließend andere Methoden das Fach neu positionierten.

Literatur (zur Anschaffung empfohlen): Kraemer, Rudolf-Dieter (2004): Musikpädagogik -Eine Einführung in das Studium. Augsburg: Wißner

OStR Florian Loethe, Friedrich-Eugens-Gymnasium               

Donnerstag, 14 – 16 Uhr, Raum 8.34

Beginn: 4.4.2019

Dieses Seminar ist für Studierende im BA LA Gym mit Musik anrechenbar im Bereich FD Wahl. [3 ECTS]

Ihre Anmeldung zur Teilnahme ist vor allem aus schul-organisatorischen Gründen wichtig. Bitte melden Sie sich daher direkt unter: florian.loethe@feg-stuttgart.de

In diesem praxisorientiert angelegten Fachdidaktik-Seminar werden wir zunächst Grundzüge von Methode und Didaktik der Szenischen Interpretation erarbeiten. Szenische Interpretation nutzt die Vorzüge von Darstellendem Spiel, um über Werke ganz unterschiedlicher Art – sowohl textgebundener als auch absoluter Musik – unmittelbar, vertieft und auf unterschiedlichen Ebenen analytisch-reflektierend ins Gespräch zu kommen.

Auf die theoretische Basis folgt die praktischen Umsetzung, indem wir gemeinsam szenische Modelle zu einem Werk entwickeln und miteinander im Kurs erproben. 

Der dritte und zunächst abschließende Schritt ist dann die Erfahrung in der Schulpraxis. Dieser erfolgt nach Absprache in verschiedenen Klassen am Friedrich-Eugens-Gymnasium, bei denen die erarbeiteten Modelle in der Schulpraxis ausprobiert und im Seminar reflektiert werden.

Prof. Dr. Sointu Scharenberg

Montag, 14 – 16 Uhr, Raum 8.34

Beginn: 1.4.2019

Dieses Seminar ist für Studierende im BA LA Gym mit Musik wahlweise als Proseminar FD anrechenbar oder im Bereich Wahl Wissenschaft für Musikpädagogik oder als FD Wahl. [3 ECTS]

Vor einhundert Jahren gründet Walter Gropius 1919 in Weimar das „Staatliche Bauhaus“, das Jolanthe Kugler 2016 anschaulich als „offene Plattform“ und als „internationales  Experimentierfeld (...) mit im Grunde genommen heute noch offenen Ausgang“ beschreibt. 

Dabei steht „Bauhaus“ nicht für einen bestimmten oder gar einheitlichen Stil, sondern für eine Form des (ästhetischen) Denkens, das die Gestaltungsweisen in unterschiedlichen Künsten geprägt hat, darunter auch Musik und die Darstellenden Künste. Wer sich auf das Experiment einließ, in diesem „Labor der Moderne“ mitzuarbeiten, wollte damit zugleich aktiv an der Umgestaltung einer Gesellschaft teilnehmen, die – so die Annahme – verlernt hatte, Kunst als intentional Gestaltetes wahrzunehmen.

Ein Weg, um sich den engen Zusammenhang von Kunst und Handwerk zu verdeutlichen, ist die Dekonstruktion, das Rückführen komplexer Zusammenhänge auf ihre elementaren Grundlagen. Wassily Kandinsky, selbst Künstler am Bauhaus, setzte große Hoffnung in die Lehre: „Die bis heute herrschende Behauptung, es wäre verhängnisvoll, die Kunst zu zerlegen, da dieses Zerlegen unvermeidlich zum Tod der Kunst führen müsste, stammt aus der unwissenden Unterschätzung der bloßgelegten Elemente und ihrer Kräfte.“ Und in der Tat ist das Experiment Bauhaus auch ein großes pädagogisches Experimentierfeld gewesen, dessen Möglichkeiten ebenso mit offenem Ausgang noch lange nicht ausgeschöpft erscheinen.

Das Seminar wird Ihnen Einblick in die Denk- und Gestaltungsprinzipien des Bauhauses geben. Die sollen zunächst zu eigenen Dekonstruktionen anregen, bevor sie in der Folge – analog zum Arbeiten im Bauhaus – zu individuellen Konstruktionen führen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Materialien, auch mit akustischem Material.

Die dahinterstehende Idee ist nicht, das Bauhaus zu kopieren, sondern Ideen des Bauhauses für den Musikunterricht zu adaptieren und damit in unsere Gegenwart hinein weiterzudenken, indem wir ausprobieren, beschreiben und reflektieren, wie künstlerische Gestaltungsprinzipien im Musikunterricht der Gegenwart vermittelt werden können.

Den Modulabschluss möchte ich mit Ihnen im (demokratischen) Stil des Bauhauses durchführen, indem jede(r) von Ihnen für die letzte Sitzung eine „Mappe“ bzw. eine Gestaltung im weitesten Sinn vorbereitet, die auf der Basis eines regelmäßig zu führenden „Notizheftes“ (Portfolio) gegenüber den Argumenten der übrigen TeilnehmerInnen verteidigt wird.

Literatur: 

Wassily Kandinsky: Punkt und Linie zu Fläche. Beitrag zur Analyse der malerischen Elemente. 8. Aufl., Benteli: Bern 2002 (Erstauflage: Bauhausbücher 9, Albert Langen: München,1926).

Kindermuseum Creaviva: Paul Klee. Die Biografie. Materialien für den Unterricht. ProLitteris: Zürich 2005

Kindermuseum Creaviva: Paul Klee. Die Zeichen. Materialien für den Unterricht. ProLitteris: Zürich 2005