Bücher werden übersetzt und verfilmt, Romane in Theaterstücke umgeschrieben, Musikstücke werden für andere Besetzungen transkribiert und „vertanzt“, Romane werden illustriert und Bilder dienen als Inspiration für Musik und Literatur. Diese bei weitem nicht vollständige Aufzählung bringt sehr verschiedene Dinge zusammen, die aber doch etwas gemeinsam haben: Künstlerische Gestaltungen bringen andere künstlerische Gestaltungen hervor, indem Formen zwischen Disziplinen, Medien, Materialitäten, Materiallinien und Praktiken hin- und herwandern. Die Übersetzung ist dabei ein Grenzfall, scheint es doch darum zu gehen, das Gleiche in einer anderen Sprache zu reproduzieren – aber genauer betrachtet kann es das Gleiche nicht noch einmal geben, und jede Übersetzung ist auch immer ein Neuschreiben. Umgekehrt bewahrt noch die loseste Interpretation etwas vom Original.
Das Seminar wird sich anhand einschlägiger Texte und künstlerischer Beispiele der Frage zuwenden, was für Materiallogiken jeweils im Spiel sind, wie Wiederholung und Differenz sich zueinander verhalten und wie dies analytisch und theoretisch aufgearbeitet und neu gedacht werden kann.
Ein Reader mit der Seminarlektüre wird in der ersten Sitzung bereitgestellt.
- Kursleitung: Christian Grueny
- Kursleitung: Maria Huber