Der seriellen Musik wird eine übermäßige Strenge nachgesagt, doch in jedem seriellen Werk bewegt sich der Komponist in einem Spannungsfeld zwischen Ordnung und Freiheit. Inwiefern sich die Entscheidungsfreiheit in der Komposition bei den jeweiligen Komponisten äußert und wie das mit ihren ästhetischen Ansichten zusammenhängt, soll im Seminar nachgespürt werden. Thematisch erstreckt sich das Seminar von den Vorläufern der seriellen Musik über die Hochphase in den 50er Jahren bis hin zur Kritik der seriellen Musik und der sog. ‚postseriellen‘ Musik der 1960er Jahre.

Das Seminar nähert sich der Thematik methodisch aus zwei Perspektiven: Einerseits durch die Lektüre und Reflexion zentraler Texte der 1950er Jahre, um die ästhetischen Konzepte und Denkweisen der Komponisten zu verstehen. Andererseits durch die Analyse ausgewählter Werke, um nachzuvollziehen, wie diese Konzepte kompositorisch umgesetzt wurden.