
Bagatellen! – Bagatellen?
Dienstag, 20.00 – 21.30 Uhr (erstmals am 31. März 2026)
Raum 8.28 (auch online und im Block – Daten stehen im Moolde)
Begrenzte Teilnehmerzahl, nur für Hauptseminar-Scheine.
Verbindliche Anmeldung über Moodle bis einschließlich 31. März 2026, 12 Uhr.
„In der Kürze liegt die Würze!“ – so sagt es ein altes Sprichwort. Tatsächlich handelt es sich bei musikalischen Bagatellen aber um weit mehr als nur eine in Töne gefasste unbedeutende Sache ohne größeren Anspruch. So wurde Beethovens op. 119 zunächst von einem Verlag als „zu klein“ abgelehnt, bevor die Sammlung sich später in zahlreichen Druckausgaben einiger Beliebtheit erfreute. Die Bezeichnung, die gleichsam als Gegenpol zur Sonate steht, fand später gelegentlich weitere Verwendung und brachte stilistisch wie technisch sehr verschiedene Aphorismen hervor, die im Musikleben vielfach ihr Dasein weit unterhalb der Oberfläche fristen. – Im Seminar werden einzelne Bagatellen wie auch ganze Sammlungen betrachtet (Beethoven, Dvořák, Sibelius, Bartók, Webern, Ligeti), ebenso Werke, die im weitesten Sinne ebenfalls als „Bagatellen“ aufgefasst werden können (Berg und Boulez).
Literatur (Auswahl)
• Ivana Rentsch, Bagatellen von – Beethoven? Beethovens op. 119 und op. 126 zwischen Unterhaltung, Didaktik und Experiment, in: Die Musikforschung 73 (2020), S. 2–16.
• Kuei-Mei Wu, Die Bagatellen Ludwig van Beethovens, Köln 1999
• Simon Obert, Musikalische Kürze zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2008 (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft Bd. 63).
- Kursleitung: Prof. Dr. Michael Kube