Die Geschichte der konzeptuellen Kunst beginnt Ende der 1960er Jahre, aber sie hat eine lange Vorgeschichte. Ihre Quellen liegen in verschiedenen künstlerischen Disziplinen, unter ihnen Musik, Tanz und bildende Kunst; realisiert hat sie sich schließlich vor allem in letzterer. Für einen großen Teil der bildenden Kunst ist die konzeptuelle Kunst unhintergehbare Arbeitsgrundlage geworden, ohne dass sie deswegen im Ganzen konzeptuell geworden wäre. Der Begriff der „postconceptual art“ versucht der Lage Rechnung zu tragen, dass es ohne eine mehr oder weniger explizite konzeptuelle Dimension kaum noch geht. Für die Performance gilt das Gleiche, für den Tanz gilt es teilweise, für die Musik bleibt die Sache höchst umstritten. Die Frage, was genau eigentlich mit konzeptuell und Konzeptualismus gemeint ist, muss dabei nicht nur zwischen den Disziplinen, sondern auch innerhalb ihrer recht verschieden beantwortet werden.

Das Seminar wendet sich dieser Frage anhand exemplarischer Positionen und Texte aus der Geschichte und Gegenwart des Konzeptuellen in den verschiedenen Künsten zu.

 

Die Literatur wird in der ersten Sitzung zur Verfügung gestellt.