
Donnerstag, 14 – 16 Uhr, Raum HG-08.28
Beginn: 15. Oktober 2026 (Anmeldung in Moodle oder in der 1. Sitzung)
Mit anderthalbtägigem Workshop am 26./27. November
In den gängigen Darstellungen wird Ludwig van Beethoven heute unter „Wiener Klassik“ geführt, und eine solche Zuordnung hat (mit Blick auf die Trias Haydn – Mozart – Beethoven) durchaus ihren guten Sinn. Zu Lebzeiten und danach ist Beethoven aber auch als „Romantiker“ gesehen worden, so von E.T.A. Hoffmann und implizit bei Bettine Brentano. Nicht nur haben sich Komponisten wie Schumann, Liszt und Wagner auf ihn bezogen; auch Beethovens eigenes Werk lässt sich in bestimmten Zügen als romantisch begreifen – so sein „politisches“ Werk, d.h. die wechselvolle Bezugnahme auf die französische Revolution, die eher „sentimentalischen“ Werke, verbunden mit einer Auf- und Umwertung des espressivo (vielleicht auch der Idee, die Tonkunst sei eine Art tönende Biographie), der „extensive“ Zeittypus der Werke um 1815 und die Entgrenzung der musikalischen Form im Spätwerk.
Im Seminar thematisieren wir die komplementären Konzepte von „Klassik“ und „Romantik“, lesen Schlüsseltexte der Rezeption des 19. und 20. Jahrhunderts und interpretieren bzw. analysieren einzelne Werke. Vorausgesetzt werden elementare Kenntnisse von Biographie und Werk sowie die Bereitschaft zur Auseinandersetzungen mit „schwierigen“ Texten und Notentexten, auch über das eigene Referat hinaus. Die Zahl der aktiven Teilnehmer ist auf 18 begrenzt.
Das Seminar begleitet eine wissenschaftliche Kooperation der HMDK Stuttgart mit der Universität Bonn und dem Bonner Beethovenhaus anlässlich des 200. Todestages 2027. In diesem Rahmen findet Ende November 2026 in Stuttgart ein öffentlicher Workshop zum Thema statt (mit Kolleginnen aus dem Haus sowie auswärtigen Gästen), der Teil unseres Seminarplans ist.
- Kursleitung: Prof. Dr. Andreas Meyer
- Teacher: Frederika Westhäußer-Kowalski