Kolloquium zur Geschichte der Musiktheorie II (15.-17. Jh.)
Der Übergang von der mittelalterlichen zur frühneuzeitlichen Musiktheorie bringt einen fundamentalen Wandel mit sich, der sich als Perspektivenwechsel „vom Tonsystem zum Tonsatz“ begreifen läßt. Zentrale Themen dieser Zeit sind Stimmung und Temperatur, Akustik, sowie Tactus- und Proportionenlehre. Durch die Etablierung der Terzen und Sexten als Konsonanzen sowie durch die Standardisierung der Kadenzen entsteht ein neues Klangbild, das die Dur-Moll-Tonalität vorbereitet. Die lateinische Musiktheorie des Mittelalters spaltet sich nun auf in national-volkssprachliche Traditionen. Von Bedeutung sind dabei die italienische, die französische, die englische und die deutsche Musiktheorie. Der nun ganz auf das musikalische Kunstwerk gerichtete neuzeitliche Theoriebegriff bringt eine „Musica poetica“ (Kompositionslehre) hervor, die das Herstellen von Musik in den Blickpunkt rückt.
Literatur: Geschichte der Musiktheorie, hg. v. Fr. Zaminer und Th. Ertelt, Bd. 6 – 9
Leistungspunkte: Referat
- Kursleitung: Hubert Mossburger