Musik in Burgund im 15. Jahrhundert: Der Beginn der Neuzeit

Zusammenfassung

Zwischen 1363 und 1477 hat Burgund nicht nur eine machtvolle Rolle im politischen Leben Europas ausgefüllt, sondern auch einen Beitrag zur Musikgeschichte geleistet, der epochal war. Diese Leistungen liegen im Bereich der weltlichen Liedkunst, der Chanson, aber auch im Bereich der geistlichen Musik, der polyphonen Messe. Das Seminar widmet sich den Institutionen und Quellen, den Komponisten Gilles Binchois, Guillaume Dufay und Antoine Busnois und versucht, das Neue der Musik des 15. Jahrhunderts über den zeitgenössischen Begriff der „contenance angloise“ zu fassen.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung empfohlen:

  • L. Finscher: Burgund, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2. Auflage, Sachteil, Bd. 2, Kassel u.a. 1995, Sp. 267-276
Category: Hauptseminare

Der frühe Hindemith. Kontexte und Kompositionen (SoSe 2021)

Dienstag, 20 (s.t.)–21:30 Uhr, online (später wenn möglich in Raum 8.28)

 

Beginn: 23. März 2021

 

Verbindliche Anmeldung über Moodle bis einschließlich 23. März 2021.

Begrenzte Teilnehmerzahl, nur Hauptseminar-Scheine.

 

 

„Ich bin 1895 zu Hanau geboren. Seit meinem 12. Jahre Musikstudium. Habe als Geiger, Bratscher, Klavierspieler oder Schlagzeuger folgende musikalische Gebiete ausgiebig »beackert«: Kammermusik aller Art, Kino, Kaffeehaus, Tanzmusik, Operette, Jazz-Band, Militärmusik. Seit 1916 bin ich Konzertmeister der Frankfurter Oper. Als Komponist habe ich meist Stücke geschrieben, die mir nicht mehr gefallen: Kammermusik in den verschiedensten Besetzungen, Lieder und Klaviersachen. Auch drei einaktige Opern, die wahrscheinlich die einzigen bleiben werden, da infolge der fortwährenden Preissteigerungen auf dem Notenpapiermarkt nur noch kleine Partituren geschrieben werden können. […] (1922)

Nur bei wenigen Komponisten spiegelt sich nach dem Ersten Weltkrieg die Abkehr vom langen 19. Jahrhundert mit seinen Traditionen, Gattungen und Formen und die beginnende Suche nach neuen Ausdrucksformen so eindrucksvoll wie im Schaffen von Paul Hindemith (1895–1963). In diesem Seminar wird der Zeitraum zwischen 1917 und 1926 anhand einzelner Kompositionen und ihres Kontextes genauer betrachtet – einschließlich ästhetischer, institutioneller wie auch aufführungspraktischer Aspekte.

 

Eine eintägige Exkursion ist angedacht.

 

 

Einführende Literatur:

•   Giselher Schubert, Paul Hindemith in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek 1981

•   Camilla Bork, Im Zeichen des Expressionismus. Kompositionen Paul Hindemiths im Kontext des Frankfurter Kulturlebens um 1920, Mainz 2006 (= Frankfurter Studien Bd. 11).

•   Hindemith-Interpretationen. Hindemith und die zwanziger Jahre, hrsg. von Dominik Sackmann, Bern 2007 (= Zürcher Musikstudien Bd. 6).

•   Paul Hindemith. Briefe, hrsg. von Dieter Rexroth, Frankfurt am Main 1982.

•   Hindemith – Schott. Der Briefwechsel, hrsg. von Susanne Schaal-Gotthardt, Luitgard Schader und Heinz-Jürgen Winkler, Mainz 2020.

 

PD Dr. Michael Kube
Category: Hauptseminare

Nation und Nationalismus in der Musik von der Französischen Revolution bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Musikalisch konstituiertes Nationalgefühl, Zugehörigkeiten und Ausschließungen (PD Dr. Boris Voigt; WS 20/21)

Die europäischen Nationen und Nationalstaaten integrierten und integrieren ihre Bevölkerungen auf verschiedenen ideellen und ideologischen Grundlagen (Sprache, Mythen, Kultur, Volk etc.). Darin unterscheiden sie sich sowohl untereinander also auch innerhalb der jeweiligen Nationen, die diese Grundlagen historisch wandelten und wandeln. Musik ist ein hervorragendes Instrument, sozial und gesellschaftlich Gemeinschaftlichkeit herzustellen, produziert dabei jedoch zugleich Ausgrenzungen. Ziel des Seminar ist es, die Funktionen von Musik für die Integration von Nationen (etwa Frankreich  – Großbritannien – Deutschland) hinsichtlich der verschiedenen, sich überlagernden politischen, gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen In- und Exklusionsmuster herauszuarbeiten.

Im Seminar werden die verschiedenen Aspekte der Thematik möglichst in vergleichender Perspektive behandelt. Dabei können einzelne Komponistenpersönlichkeiten im Fokus stehen, die für die Integration einer Nation besondere Bedeutung haben, etwa Händel in Großbritannien oder Beethoven in Deutschland. Ebenso können musikalischen Gattungen auf ihre Funktionen für die Erzeugung bzw. Bestätigung nationaler Zugehörigkeiten betrachtet werden oder Werke und Sujets, wie etwa für Frankreich der Vercingetorix-Stoff, dem sich mehrere französische Opern widmen, oder Wagners Meistersinger. Funktionale Musik, vor allem Nationalhymnen, sind ein weiteres Thema. Ebenso soll die Stellung der Musik in verschiedenen Nationaldiskursen untersucht werden.

 

Dienstag, 18 – 20 Uhr c. t., Raum 8.34

Beginn: 20.10.2020

 

Boris VoigtFrithjof Vollmer
Category: Hauptseminare

Orgelkonzerte :: Konzerte für Orgel

Als „Königin der Instrumente“ ist die Orgel nicht nur seit Jahrhunderten fester Bestandteil des liturgischen Raums wie der Kirchenmusik im allgemeinen, sie hat im 19. Jahrhundert im Zeichen der Säkularisierung und der Kunstreligion auch im Konzertsaal einen bis heute repräsentativen Ort gefunden. Im Seminar sollen entsprechend verschiedene Perspektiven diskutiert werden: vom Orgelkonzert (etwa eines Virtuosen) über sinfonisch-konzertante Werke mit obligater Orgel bis hin zur baulich-gestalterischen Aspekten. Das Seminar wendet sich ausdrücklich nicht nur an Studierende der Kirchenmusik.

Dienstag, 18–21:30 Uhr
Raum 8.28

(Präsenzunterricht; begrenzte Teilnehmerzahl)

Raum 8.28

 

Termine:

20. Oktober 2020
27. Oktober 2020
3. November 2020 (ganztägige Exkursion)
17. November 2020
24. November 2020
8. Dezember 2020
15. Dezember 2020

Die Teilnahme an der eintägigen Exkursion ist verbindlich.

Rückfragen unter
info@michael-kube.de

Anmeldung bis einschließlich
Montag, 19. Oktober 2020
hier im Moodle.

Für einen benoteten Schein ist zu erbringen: ein Referat und eine anschließende schriftliche Ausarbeitung.

Einführende Literatur

Cordelia Miller, Virtuosität und Kirchlichkeit. Deutsches Orgelkonzertwesen im 19. Jahrhundert (= musicolonia Bd. 7), Köln 2010.
Volker Choroba, Das Konzert für Orgel und Orchester im 19. und 20. Jahrhundert, Kassel 2001.
Orgelmusik, Kirchraum und Aufführungspraxis. Perspektiven der Aufführungspraxis, hrsg. von Johann Trummer (= Neue Beiträge zur Aufführungspraxis Bd. 3), Regensburg 1997.



PD Dr. Michael Kube
Category: Hauptseminare