Musikgeschichte im Überblick: Das 17. Jahrhundert

In die Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts fallen grundlegende und folgenträchtige Entwick- lungen, die Kompositionspraxis und auch das Gattungsspektrum nachhaltig veränderten. Zu denken ist etwa an die Entwicklung des Generalbasses, die neue Gattung 'Oper', das 'geistliche Konzert' sowie an verschiedene Gattungen der Instrumentalmusik (Sonata, Suite). Die Grundzüge dieser Entwicklung werden in dieser Vorlesung umrissen, dabei werden Werke von Monteverdi, Schütz, Lully, Weckmann und Biber behandelt.

Zur Vorbereitung empfohlen

Werner Braun: Das 17. Jahrhundert (= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 4), Laaber 1981.

Prof. Dr. Joachim KremerChristoph Doser

Arnold Schönberg – Neue Musik um 1910

Ich strebe an: vollständige Befreiung von allen Formen. Von allen Symbolen des Zusammenhangs und der Logik. Also: weg von der ,motivischen Arbeit‘. Weg von der Harmonie als Zement oder Baustein einer Architektur. Harmonie ist Ausdruck und nichts anderes [...]. Weg vom Pathos! Meine Musik muss kurz sein. Knapp! In zwei Noten: nicht bauen, sondern ,ausdrücken‘!!“ (Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni, ca. 13.8.1909)

Kein anderer Komponist hat um 1910 den Anspruch einer (später so genannten) Neuen Musik so drastisch formuliert – und in einer Reihe von Werken dieser Zeit auch realisiert. Die Vorlesung bespricht – nach einer Einführung zu Schönberg und der „Wiener Schule“ insgesamt – so legendäre Stücke wie die Georgelieder, das zweite Streichquartett, das Monodram Die Erwartung, die Drei kleinen Klavierstücke op. 11 und Pierrot lunaire op. 21. Gefragt wird nach den kulturgeschichtlichen Voraussetzungen in Wien und Berlin nach der Jahrhundertwende, nach Verbindungen zum Aufbruch in den anderen Künsten (Schönbergs eigene Malerei inbegriffen!) und nach dem Konzept des „Expressionismus“. Auch die parallele Entwicklung z.B. bei Strawinsky, Debussy, Bartók oder Busoni und die Frage nach Schönbergs Verhältnis zu Richard Strauss wird gestreift. Da die meisten Stücke dieser Zeit erklärtermaßen „kurz“ sind (s. oben), wird auch Gelegenheit bestehen, dieses Repertoire (mehr oder weniger) komplett zu hören und gemeinsam die Hörerfahrung zu reflektieren.

Zum Ablauf der Vorlesung gehört (ergänzend zum regulären Termin) auch ein öffentlicher Abend im Rahmen der Schönberg-Tagung der HMDK im Sommersemester (Do., 18. Juni, 18–20 Uhr im OPR). Renommierte Schönberg-Forscher präsentieren in Vorträgen und einem Roundtable ihre Ideen für ein neues, in Vorbereitung befindliches Schönberg-Handbuch. 

Franziska KleinProf. Dr. Andreas MeyerFrithjof Vollmer