In diesem Blockseminar beschäftigen wir uns mit Komposition aus der Perspektive von Bewegung und Choreographie. Anhand von kurzen Übungen wird es darum gehen, uns bewusst zu machen, wann und wo Komposition bereits stattfindet oder wir unbewusst kompositorische Entscheidungen treffen.

Ein besonderer Fokus wird auf dem Verhältnis von Körper und Raum liegen. Wie verändert der Körper meine Erfahrung von Raum, je nachdem wo er sich im Raum befindet? Inwiefern betrachte ich den Körper anders, abhängig von seiner Position im Raum? Wie kann ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Körperinnenraum lenken und diesen kompositorisch ins Verhältnis zum Außenraum stellen?

Vorerfahrung im Tanz ist nicht erforderlich.

Unterrichtssprache: englisch und deutsch

Zeiten:

Donnerstag, 07.12.2023, 10:00-17:00 Uhr

Freitag, 08.12.2023, 10:00-13:00 Uhr

Anmeldung über Moodle bzw. für Studierende der anderen Hochschulen per Email

 

ENG

In this block seminar we will look at composition from the perspective of movement and choreography. With the help of short exercises, we will become aware of when and where composition is already taking place or where we unconsciously make compositional decisions.

A special focus will be on the relationship between body and space. How does the body change my experience of space depending on where in space it is? In what ways do I view the body differently depending on its position in space? How can I direct my attention to my body's interior space and place it compositionally in relation to the exterior space?

Previous dance experience is not necessary.

The seminar will be held in English and German.

Times:

Thursday, 07.12.2023, 10h00-17h00

Friday, 08.12.2023, 10h00-13h00

Registration via Moodle or for students from the other universities via email

 

 

Welche Bewegungen, Gesten oder Körperhaltungen haben sich in unserem Körper bewusst oder unbewusst „eingelagert“? Können wir diese Bewegungsmuster ablegen, verändern, austauschen oder sind sie ein fester Teil von uns? Inwiefern kann ich eine Bewegung „besitzen“ oder mir neu aneignen und welche körperpolitischen Fragen sind hiermit verbunden?

In diesem Blockseminar werden wir unserem eigenen Körperarchiv einen Besuch abstatten und untersuchen, wie sich mit den Bewegungen und Bewegungsmustern, die darin aufbewahrt sind, künstlerisch arbeiten lässt. Wir werden mit den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten experimentieren, Bewegung zu kopieren, exakt zu imitieren oder auf andere zu übertragen. Anhand von Übungen und Diskussionen werden wir auch adressieren, inwiefern Bewegungsmuster Teil unserer Identität sind und was es bedeutet, mit diesen performativ zu arbeiten.

Unterrichtssprache: englisch und deutsch

Zeiten:

Donnerstag, 02.11.2023, 13:30-18:00 Uhr

Freitag, 03.11.2023, 10:00-15:30 Uhr

Anmeldung über Moodle bzw. für Studierende der anderen Hochschule per Email

 

ENG

Which movements, gestures or postures have been "stored" in our body consciously or unconsciously? Can we discard, change or swap these movement patterns or are they a fixed part of us? To what extent can I "own" a movement or appropriate it once again and which questions of body politics are connected to this?

In this block seminar we will pay a visit to our own body archive and explore how to work artistically with the movements and movement patterns that are stored in it. We will experiment with the possibilities and impossibilities of copying movement, imitating it exactly or passing it on to others. Through exercises and discussion we will also address, how movement patterns are part of our identity and what it means to work with them in the context of performance.

This seminar will be held in English and German.

Times:

Thursday, 02.11.2023, 13h30-18h00

Friday, 03.11.2023, 10h00-15h30

Registration via Moodle or for students from the other universities via email

Ästhetische Theorie der Performance: Das Setting (Seminar)

Leitung: Dr. Marita Tatari, Vertretungsprofessur Gegenwartsästhetik

Raum: 8.04.

Dienstag: 16:30-19:30

Erste Sitzung: 29.03.22

 Im Theater oder im Konzert ist in der Regel der Rahmen, in welchem eine Aufführung stattfindet, durch Tradition und Konvention festgelegt: Das Setting der Aufführung – Raum, Bühne, Publikum usw. – ist fest vorgegeben. Im Gegensatz dazu reflektieren experimentelle Performance-Formen ihre Rahmenbedingungen. Sie transformieren, subvertieren oder (mit-)erzeugen das Setting ihres Auftritts. Die Radikalität dieser Reflexion unterscheidet die experimentellen von anderen Performance-Formen. Sie kann als Schwellenzustand beschrieben werden; oder auch nüchterner als Neuverhandlung des Rahmens. Entscheidend dabei ist, dass die Reflexivität des Auftrittsrahmens der künstlerischen Praxis nicht äußerlich ist.

Das Seminar untersucht den Zusammenhang von Kunstpraxis und Auftrittsrahmen. Dieser Zusammenhang hat mit einer jeweiligen Weltauffassung zu tun: mit der Erfahrung und dem Verständnis der Wirklichkeit, die eine Zeit prägen. Die Reflexivität des Auftrittsrahmens stellt die überlieferte Weltauffassung in Frage. Sie versucht, den Transformationen der Gegenwart Rechnung zu tragen: einen Ausdruck für das zu finden, was in der Gegenwart gärt.   

Wir werden im Seminar Begriffe analysieren, die in Hinblick auf diese Problematik eine wichtige Rolle gespielt haben – Begriffe wie „Liminalität“, „Reflexivität“, „Transversalität“; aber auch neuerdings „worlding“ und „Sympoiesis“. Weiters werden wir ausgewählte zeitgenössische künstlerische Positionen besprechen.

Eine Literaturliste wird zu Seminarbeginn bekanntgegeben.

  • Die Bereitschaft zu vorbereitender Lektüre ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.
  • Pflicht für den Masterstudiengang Theorie und Praxis experimenteller Performance
  • Wahlpflicht für alle Studiengänge der HMDK (so auch für BiWi Bachelor und Master), sowie für Studierende der ABK und der Merz Akademie

Anmeldung erforderlich!

Im textnahen Close-Reading-Verfahren wollen wir uns im Sommersemester mit verschiedenen Schriften der weltberühmten Philosophin Judith Butler beschäftigen. Nicht nur ihre Texte zu Fragen des Körpers und Geschlechts, die Butlers früherer Schaffensphase zuzurechnen sind, sollen gemeinsam gelesen werden, sondern auch Ausschnitte aus späteren Texten, in denen die Verletzlichkeit bzw. Prekarität von Subjekten im Mittelpunkt steht. Eine Literaturliste wird zum Beginn des Seminars ausgeteilt.

  • Die gemeinsame und vorbereitende Textlektüre wird einer Referatsleistung (die wegfällt) gleichgesetzt und angerechnet.

Prof. Dr. Judith Siegmund

Donnerstags, 13.00 Uhr - 15:30 Uhr, Raum 8.04

Die Philosophie beschäftigt sich seit der Antike mit der Schönheit in der Natur und in den Künsten. Dennoch wurde die Ästhetik als eigenständige philosophische Disziplin erst im Europa des 18. Jahrhunderts durch Alexander Gottlieb Baumgarten begründet. Im Zuge dieser Entwicklung beginnt sich erst im 19. Jahrhundert der Begriff der Kunst, wie wir ihn heute verwenden, zu etablieren: Der Singular „die Kunst“ ersetzt den Plural „die schönen Künste“ und vereint die Pluralität der Kunstwerke und Kunstformen. An die Stelle kanonischer Bestimmungen von Form und Inhalt der Künste tritt nun eine neue Weise über Kunst und Kunstwerke nachzudenken. Wie eine Kunstform oder ein Kunstwerk beschaffen zu sein haben, ist nicht mehr vorbestimmt. Inhalte und Formen der Kunst lassen sich nicht mehr normativ bestimmen. Und dennoch ist es weiterhin keineswegs beliebig, was Kunst ist. Der Kunstbegriff bezeichnet nun ein Allgemeines, ein Gemeinsames, das jedoch nur in der Singularität eines Werks (produktionsästhetisch) und einer Erfahrung (rezeptionsästhetisch) denkbar ist. Als ein Allgemeines, das aber nur singulär denkbar ist, stellte der Kunstbegriff für die Philosophie eine Herausforderung dar. Mit dieser Herausforderung begann das Abenteuer der Ästhetik. Wir werden einige Schlüsselmomente dieser Geschichte erkunden, die mit der Infragestellung des Kunstbegriffs insgesamt endet.

 Die Einführung setzt sich in diesem Semester als besonderen Schwerpunkt das Thema „Dialektik“: 1. Das Entstehen der Dialektik von Form und Inhalt, Besonderem und Allgemeinem, Endlichem und Unendlichem. 2. Die Dialektik der Geschichte und der Entwicklung der Kunstformen. 3. Die Negative Dialektik. 4. Die Dekonstruktion und die Kritik der Dialektik.

 Eine Literaturliste wird zu Seminarbeginn bekanntgegeben.

  • Die Bereitschaft zu vorbereitender Lektüre ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.
  • Wahlpflicht für alle Studiengänge der HMDK, für Studierende der ABK und der Merz Akademie.
  • Im BA Lehramt am Gymnasium im Bereich Bildungswiss. Musik für den Inhaltsbereich „Ästhetik“ ist das Seminar mit 3 ECTS-Punkten anrechenbar. Auch im MA Lehramt ist eine Anrechnung unter BiWi Musik möglich, wenn die behandelte Thematik musikbezogen ist

 

Anmeldung erforderlich!

Kreativität ist heute in aller Munde, auch zur Rechtfertigung von Kunst- und Musikhochschulen wird gern auf diesen Begriff verwiesen, der ebenfalls in der Wirtschaft und in anderen gesellschaftlichen Bereichen Karriere gemacht hat. Aber was ist Kreativität eigentlich und wie konnte es kommen, dass heute fast alle Menschen kreativ sein wollen oder müssen? Anhand von Debatten zu diesem Begriff in ca. den letzten 20 Jahren wollen wir gemeinsam versuchen, Antworten zu finden. Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre wird zur Teilnahme vorausgesetzt.

  • Die gemeinsame und vorbereitende Textlektüre wird einer Referatsleistung (die wegfällt) gleichgesetzt und angerechnet.

Vorläufige Literaturliste

  • Karen van den Berg: Kreativität. Drei Absagen der Kunst an ihren erweiterten Begriff, S. 207-224, in: Stephan A. Jansen/Eckhard Schröter/Nico Stehr (Hg.): Rationalität der Kreativität?: Multidisziplinäre Beiträge zur Analyse der Produktion, Organisation und Bildung von Kreativität, Wiesbaden 2009.
  • Luc Boltanski: Leben als Projekt. Prekarität in der schönen neuen Netzwerkwelt, S. 7-13, in: Polar. Zeitschrift für politische Philosophie und Kultur, Ausgabe 2, Frankfurt (M.) 2007.
  • Ulrich Bröckling: Das unternehmerische Selbst, Frankfurt (M.) 2007.
  • Eve Chiapello: Evolution und Kooption. Die „Künstlerkritik“ und der normative Wandel, S. 38-51, in: Christoph Menke/ Juliane Rebentisch (Hg.): Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 2010.
  • Diedrich Diederichsen: Kreative Arbeit und Selbstverwirklichung, S. 118-128, in: Christoph Menke/ Juliane Rebentisch (Hg.): Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 2010.
  • Alain Ehrenberg: Depression: Unbehagen in der Kultur oder neue Formen der Sozialität, S. 52-62, in: Christoph Menke/ Juliane Rebentisch (Hg.): Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 2010.
  • Henning/Schultheis/Thomä: Kreativität als Beruf. Soziologisch-philosophische Erkundungen in der Welt der Künste, Bielefeld 2019.
  • Hans Joas: Die Kreativität des Handelns, Frankfurt (M.) 1996.
  • Isabell Lorey: Vom immanenten Widerspruch zur hegemonialen Funktion. Biopolitische Gouvernementalität und Selbst-Prekarisierung von KulturprioduzentInnen, S. 121-136, in: Gerald Raunig/Ulf Wuggenig (Hg.): Kritik der Kreativität, Wien 2007.
  • Marion von Osten/Peter Spillmann (Hg.): Be Creative - Der kreative Imperativ, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung, Zürich 2003.
  • Gerald Raunig: Kreativindustrie als Massenbetrug, S. 67-78, in: Gerald Raunig/Ulf Wuggenig (Hg.): Kritik der Kreativität, Wien 2007.
  • Dieter Thomä: Ethik der Kreativität. Konsequenzen für die akademische Bildung der Zukunft, S. 225-247, in: Stephan A. Jansen/Eckhard Schröter/Nico Stehr (Hg.): Rationalität der Kreativität?: Multidisziplinäre Beiträge zur Analyse der Produktion, Organisation und Bildung von Kreativität, Wiesbaden 2009.
Prof. Dr. Judith Siegmund
Mittwochs, 11.30 Uhr - 13.45 Uhr
Figurentheater, Urbanplatz 2

Anmeldung erforderlich!

Produktionsästhetisches Denken hat eine längere Tradition vozuweisen. Im Seminar werden wir es unter dem Begriff eines künstlerischen Handelns fassen, in den wir ausdrücklich auch die musikalische und theatrale Interpretation einbeziehen. Wir werden uns eingehender mit philosophischen, kunstwissenschaftlichen und theaterwissenschaftlichen Texten – also aktuellen Diskursen – befassen, die in den letzten Jahren zu diesem Thema geschrieben worden sind. Als Gast zur Veranstaltung Wissenschaft am Abend soll die Philosophin und Theaterwissenschaftlerin Marita Tatari eingeladen werden, die sich mit dem Buch „Kunstwerk als Handlung“ im Fach Theaterwissenschaften habilitiert hat. Die Bereitschaft zu vorbereitender Lektüre und zur Teilnahme an diesem Termin mit Frau Tatari sind Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.

  • Die gemeinsame und vorbereitende Textlektüre wird einer Referatsleistung (die wegfällt) gleichgesetzt und angerechnet.

Literatur

  • Hantelmann/ Schieder/ Lüthy/ Gludowatz: Kunsthandeln, 2010.
  • Daniel Feige/ Judith Siegmund: Kunst und Handlung. Ästhetische und handlungstheoretische Perspektiven, 2016.
  • Robert Pippin: Kunst als Philosophie, 2012.
  • Marita Tatari: Kunstwerk als Handlung, 2017.
  • Kögler/ Pechriggl/ Winter: Enigma Agency. Macht Widerstand. Reflexivität, 2019.
  • Hans Joas: Die Kreativität des Handelns, Frankfurt a.M., 1996.
Prof. Dr. Judith Siegmund
Donnerstags, 10.00 Uhr - 12.15 Uhr, Raum 8.04

Julia Wirsching / Gabriel Hensche

Von Fenster zu Fenster 

 

Dienstag, 16:00 – 18:00 Uhr
Raum: 8.04 HMDK
Beginn der Übung: 20.Oktober 2020

Anmeldung unter: wirsching.hensche@hmdk-stuttgart.de

 

In Alfred Hitchcocks Film ‘Rear Window’ (1954) wird Jeff, der Photograph mit dem gebrochenen Bein zum Voyeur und Zeugen, der aus der Abgeschiedenheit seiner eigenen vier Wänden durch die Fenster des gegenüberliegenden Wohnblocks Menschen mit ihren Sehnsüchten, Abgründen und Banalitäten beobachtet.

Ausgehend von der Idee des Fensters als Schnittstelle erkunden wir den Stadtraum in der Nachbarschaft des neuen Campus Gegenwart Gebäudes in der Willy-Brandt Str. 8. Wir sammeln, recherchieren und imaginieren Geschichten aus dem umliegenden Stadtraum, auf deren Grundlage wir künstlerische Interventionen erarbeiten. Am Ende des Semesters werden diese Interventionen – die musikalisch, performativ, installativ oder aktionistisch sein können – in verschiedenen Stuttgarter (Schau)-Fenstern präsentiert. Darunter die Fenster des neuen Campus Gegenwart Gebäudes, die Fenster des neuen Projektraums Labyrinth, das Schaufenster des Projektraums Galerie Kaufhof und die Fenster von Alsendiebad – einem Fallafel Laden in der Urbanstraße.

Neben eigenen Recherchen werden werden unter anderem folgende Werke/Projekte/ Praxen Inhalt der Lehrveranstaltung sein: Alfred Hitchcock: Rear Window (Film,1954), Francis Ford Coppola: The Conversation (Film, 1974), Florian Henckel von Donnersmarck: Das Leben der Anderen (Film, 2006), VOLKS*THEATERS RAMPE: Tag Y (Telefonperformance, 2020) Bill Dietz: 8 Tutorial Diversions,  2009-2014 (a series of composed listenings, 2015), Anton Kats: der Kiosk im Rahmen von A-Letheia (Documenta 14, 2017). Außerdem behandeln wir den Begriff der Sozialen Plastik von Joseph Beuys, die Psychogeographie als Methode zur Erkundung des Stadtraums (maßgeblich geprägt von den Situationisten) und widmen uns dem Thema der Überwachung und des (Ab)-Hörens.

Zeit und Form (Seminar)

Leitung: Dr. Marita Tatari, Vertretungsprofessur Gegenwartsästhetik

 Donnerstag: 10.30-12:30                                                                                            

Erste Sitzung 31.03.22

Raum: 8.04.

 Jenseits der formalen Definition von Kunstgattungen und jenseits der Gegenüberstellung von Form und Materie hat Form in der Ästhetik noch einen anderen Sinn. Sie bezeichnet einen künstlerischen Vorgang, der als solcher in Erscheinung tritt. So wird Form prozessual und dynamisch verstanden. Sie hat damit eine eigene, selbstständige Zeit. Diese der Form eigene Zeit entsteht immer im Rahmen einer Epoche und der sie prägenden Zeitauffassung: der Zeitauffassung, die die Gegenwart der Kunstproduktion oder -rezeption bestimmt. Die Eigenzeit der Form steht im Verhältnis zu dieser anderen epochalen Zeit.    

Das Europa des 19. Jahrhunderts stellte sich die Zeit als Fortschritt einer Geschichte vor, die sich in der Entwicklung der Kunstformen widerspiegelte. Im 20. Jahrhundert geriet diese Zeitauffassung in die Krise. Sie wurde brüchig. Heute hat der Maßstab dieser Geschichtsauffassung seine Selbstverständlichkeit verloren. Der globalisierten, postkolonialen Gegenwart kommt nicht eine Zeit zu, sondern viele. Neue Zugänge zur Geschichte finden ihren Ausgangspunkt in der Gegenwart, während das Verständnis von Zukunft sich verändert. Darüber hinaus bringt die Klima- und Umweltkrise noch eine "tiefe Zeit" jenseits der menschlichen Skala zum Vorschein.

 Wir werden im Seminar das Verhältnis von Zeit und Form analysieren und das Thema im Licht der Bedingungen der Gegenwart betrachten. Wir werden Texte lesen und Beispiele zur Diskussion stellen. Im Rahmen des Seminars sind zwei gemeinsame Sitzungen mit dem Labor Aufführungspraxis Neue Musik vorgesehen, sowie zwei transdisziplinäre Begegnungen am Campus Gegenwart unter dem Stichwort „Momente“ und der Mitwirkung u.a. von Prof. Franziska Kötz, Christof Löser und Prof. Nurit Stark. 

 Eine Literaturliste wird zu Seminarbeginn bekanntgegeben.

  • Die Bereitschaft zu vorbereitender Lektüre ist Voraussetzung zur Teilnahme am Seminar.
  •  Wahlpflicht für alle Studiengänge der HMDK, für Studierende der ABK und der Merz Akademie.
  • Im BA Lehramt am Gymnasium im Bereich Bildungswiss. Musik für den Inhaltsbereich „Ästhetik“ ist das Seminar mit 3 ECTS-Punkten anrechenbar. Auch im MA Lehramt ist eine Anrechnung unter BiWi Musik möglich, wenn die behandelte Thematik Musikbezogen ist